Der Lernkoller hält Einzug

Juni 23, 2008

Sehr hart, aber wahr. Bei mir hat der Lernkoller Einzug gehalten, und zwar oberdeftig.

Aber alles der Reihe nach. Letzte Woche noch die allerletzten Lerntasks. Diese verliefen generell gut, besonders mein gewonnener Überblick in den Fächern Datenbanksysteme, Grundlagen der Kommunikations- und Medienwissenschaft und alle Information Retrieval Fächer. Besonders half mir der „Nachhilfeunterricht“ von Herrn R. Buchkremer für IR. Falls Sie diese Zeilen lesen nochmals ein herzliches Dankeschön. Normalerweise lobe ich Dozenten nie so in meinem Blog, aber dieser hat dies eindeutig verdient! Besonders bemerkte ich dies bei der heutigen Prüfung, wo ich, zumindest meiner Meinung nach, eine gute – sehr gute Punktezahl ergatterte. Ende Woche hatte ich jedoch definitiv den Lernkoller. Schlafen konnte ich vor lauter Nervosität nicht mehr viel, dazu kam noch das ständige und ermüdende Repetieren der einzelnen Fächer. Damit verbunden war natürlich auch die Angst, vom gesamten Stoffberg irgendetwas übersehen zu haben, das an der Prüfung drankommt …

Das Wochende war denn auch nicht gerade sehr erbaulich. Am Samstag hatte ich zuerst mal die Deli-Prüfung. Absolut schlimm, sage ich hier nur! Zum einen wechselten völlig kurzfristig alle Räumlichkeiten. Besonders, wenn ich mich darauf eingestellt habe (am Vortag hatte ich zur Einstimmung das Schulhaus und die einzelnen Zimmer besucht), finde ich dies absolut schlimm! Dann entsprachen die Modelltests, die wir in der Schule gelöst hatten, in keiner Art und Weise den realen Prüfungen. Es war absolut schrecklich, dies zog sich vom Mündlichen bis zum Schriftlichen durch!

Heute dann die ersten Prüfungen. Leute, endlich merke ich mal, dass mir das Studium Spass macht!! Englisch ging, dank meiner neuen Lernmethode, ausgesprochen gut. Ich konnte extrem viel beantworten udn wurde auch zeitlich fertig – dies bei einer Übungsart, wo ich sonst zeitlich immer Mühe hatte. Am Nachmittag Information Retrieval praktisch. Auch hier wieder eine tolle Sache, die 5.0 habe ich ganz bestimmt. Ich werde sicher nächstes Weekend wieder schreiben, ihr hört von mir.


Lernen ist beengend

Juni 16, 2008

Habe gerade in den letzten Tagen wiederum diese Erkenntnis gewonnen. Das grösste Risiko am Lernen ist die soziale Einsamkeit, vor der kaum jemand gefeit ist. Hier hilft nur das Natel, um Kontakt zu halten, doch der Reihe nach.

Am letzten Dienstag startete ich mit Information Retrieval, dem praktischen Teil. Dabei bemerkte ich, dass ich immer weniger verstehe. Die Mail einer Kollegin gab schliesslich den Ausschlag, dass ich morgen an einer zusätzlichen Lehrveranstaltung zum Thema teilnehme. Mittwochs Datenbanksysteme, langsam, aber sicher macht’s bei mir immer mehr „Klick“. Gerade SQL kommt jetzt immer klarer, dies dank meiner Aufstellungen. Am Donnerstag die Kommunikationslektionen repetieren, die Modelle werden immer logischer. Ist übrigens auch mein Lieblingsfach, was man da alles ablesen kann, einfach sagenhaft! Genau durch diese Kommunikations-Forschungslektionen konnte ich meine Meinung zu Ausländern handfest definieren, nämlich durchwegs positiv. Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass wir, wenn wir Ausländer ausschaffen, die Problem machen, die Schwierigkeiten nur verlagern, anstatt sie im Land selber zu lösen. Doch genau das sollte, meiner Meinung nach, das Ziel einer positiven Integration sein! Am Freitag noch Italienisch, die Grammatik wird nun immer besser.

Samstags wird zunächst einmal recht ruhig. Ich stehe zwar, für meine Weekendverhältnisse, noch recht früh auf (08.30). Danach noch kurz Blumen besorgen für meine Mutter, die aus dem Tessin retour kommt, eine Dusche nehmen und Italo repetieren. Danach IR-Theorie lernen, nicht ganz einfach. Die boolschen Operatoren muss ich speziell lernen, die waren schon immer mein grösstes Problem. Wenn mir nicht ein lieber Studienkollege mal alles erklärt hätte, stände ich schön doof da …

Am Abend ging ich, nach dem hervorragenden Pizzaschmaus mit meiner Familie, ans „Rock am Weiher“ (Gratisopenair bei uns in Wil). Die Musik war nicht gerade mein Geschmack, zudem hatte es zu viele halb besoffene Jugendliche, die einen ständig anpöbelten. Eigentlich wollte ich ja mit einem ehemaligen VK-Freund abmachen, doch der hatte verschlafen. Abends um 21.00 …? Ich will hier nichts Falsches schreiben, ihr könnt euch euren eigenen Anteil denken. Seine Mobilnummer ist für mich in nächster Zeit auf jeden Fall mal gestrichen. Dafür hatte ich eine gute Unterhaltung mit einem der dortigen VKs und brachte ihnen die Verpflegung, weil sich sonst niemand darum kümmerte. However, die Einsatzqualität wird bei meiner Ex-Abteilung auch immer mieser (Funken, keine Stablampe in der Nacht, und dies waren noch die harmlosesten Vorkommnisse!!!).

Sonntags mal etwas ruhiger, teils noch im Zug gelernt. Heute ruhiger Start in den Tag, ein wenig Englisch lernen, die Fragen für morgen vorbereiten und die Fragen für IR-Theorien auf dem Netz beantworten.

Weil jetzt schon 2 Wochen lernen ins Land gegangen sind, hier zum ersten Mal eine kleine Aufstellung darüber.

Feelings: Woche 1: Unmöglich, das alles zu schaffen! Ich sehe nur noch Problemfelder! Woche 2: Ich komme immer mehr zurecht, das Lernen macht in gewissen Fächern jetzt sogar Spass. Praktisches Anwenden im Alltag beginnt (Einkaufszettel mit boolschen Operatoren, Italo-Reden bei Tisch, etc.).

Positives:

  • Sämtlicher Stoff, den ich eingeplant habe, brachte ich durch.
  • Soziale Kontakte nicht vernachlässigt (EM schauen in Zürich mit Fokolar, etc.)
  • Gutes Schlaf-Essen-Lernverhältnis
  • Zwischenpausen gezielt eingesetzt und auch mal bis ans Limit gelernt (1h und mehr)
  • Phasen, in denen zu Beginn nichts zu tun war, sinnvoll eingesetzt (Formatierungsarbeiten HTW)

Negatives:

  • Manchmal nicht an Zeitlimiten gehalten (zu spät gestartet).
  • Eigenen Stolz z.T. fast zu spät über Bord geworfen (IR-Sache, praktischer Teil)

Ziel: Positives möglichst fördern und Negatives über Belohnungssysteme abbauen.

So, nach diesem selbstkritischen Blick dann gute Nacht an alle, bis in einer Woche wieder.


Der Fussball rollt

Juni 8, 2008

Endlich ist es soweit! Die Uefa-Euro 2008 ist eröffnet! Nebst dem runden Ball aus Leder beschäftigte mich vor allem das Lernen, doch der Reihe nach.

Dienstags begann ich mit den Zusammenfassungen für Information Retrieval, der praktische Teil. Hier war vor allem wichtig, mir auch eine Strategie zurecht zu legen, um all diese Infos aus den Datenbanken geschickt zu verarbeiten. Mittwochs dann wirklich Datenbanksysteme, dort vor allem SQL-Übersicht erstellen und Skripte durchlesen. Am Spannendsten dann definitiv Kommunikationswissenschaften am Donnerstag, mein absolutes Lieblingsfach! Die Tatsache, wie die zwischenmenschliche Kommunikation zu Stande kommt und aufgebaut wird, fasziniert mich immer wieder. Am Freitag dann morgens noch kurze Repetition und Italienisch büffeln. Allgemein war es eine wirklich gute Woche, in der ich gut konzentriert lernen konnte. Eine tolle Hilfe ist dabei mein Zimmer hier im Lehrlingsheim Chur, die Ruhe um mich herum ist zum Lernen schlicht grossartig!

Freitag nachmittags dann die Stadtführung mit unserem Kommunikationslehrer. Es ist echt interessant, wir werden an Gebäude herangeführt, die ich sonst nie gesehen hätte und deren Bedeutung mir zuvor nie klar war. Geführt wurden wir von einem älteren Herrn des Tourismusbüros, der diese Aufgabe absolut sensationell meisterte. Besonders das Innenleben der Churer Kathedrale war echt erstaunlich.

Gestern Abend sah ich mir, zusammen mit den Leuten vom Fokolar, das Eröffnungsspiel der Euro 08 an. Gemeinsam litten wir mit den Schweizern mit, als es bergab ging. Der Match war irrsinnig spannend, wirklich Fussball vom Feinsten. Trotzdem hätte es nicht sein sollen, besonders die Verletzung von Frei ist besonders ärgerlich! Nach einem gediegenen Essen spielten die anderen ebenfalls Fussball (ich bin immer noch lädiert von meinem Sturz, d.h. trage eine Fussschiene). Ich bin wirklich immer wieder gerne im Fokolar, die Einheit dort und die Freundschaft zu einem Mitglied bedeuten wir sehr viel. Nach dem Spiel gingen wir in die Fanzone in Zürich. Alles überteuert, extrem viele Leute und den Rucksack abgeben müssen – danach durfte ich meinen Velohelm am Arm mittragen. Ich empfand diese Sicherheitsvorkehrungen echt als schikanös. Wahrscheinlich hatten sie angst, im Rucksack wäre eine Bombe oder so … Die Welt zu Gast bei Bünzlis, oder wie sieht’s aus …??!! Die Stimmung war wenigstens echt super. Leider verpasste ich den früheren Zug und konnte so erst um 00.17 nach Hause fahren ab Zürich.

Heute gemütlich ausgeschlafen, noch etwas gearbeitet und nach Chur retour gefahren für Lernwoche II von III. Werde noch etwas für eine Kollegin einscannen, duschen und nachher schlafen. Bis in einer Woche wieder und gute Nacht.


Das grosse Lernen

Juni 3, 2008

So hart es auch ist, doch jetzt hat es begonnen – das grosse Lernen. Mein Studierzimmer ist wieder mal mein bester Freund geworden und mein Natel der Todfeind Nr. 1.

Nein, nein, nicht ganz so schlimm, aber fast. Letzte Woche noch recht stressig, überall noch die letzten Details für die Prüfung ausfeilen und eine Semesterarbeit abgeben. Am Freitag ging ich mit meinem Dad das Länderspiel Schweiz – Lichtenstein anschauen, war echt cool! Das neu eröffnete Station ist eine Wucht, von der Shoppingmeile bis hin zu den Sitzplätzen war alles topp! Die Stimmung war mitreissend, meine Geldscheine im Portmonnaie leider weniger – es reichte knapp für eine Minipizza, das Wasser spendierte mir die CS. Wir waren übrigens von einer Vertreterin der Credit Suisse eingeladen worden – zum Glück behielt ich mein Konto dort, wäre sonst arg peinlich geworden!!

Samstags die Lernplanungen erstellt, so dass ich weiss, was genau zu tun ist. Sonntags noch kleinere administrative Arbeiten, Stimmenzählen im Rathaus (alle 3 Vorlagen hochaus verworfen, wieder mal ist die SVP die absolute Verliererpartei) und das Geburiessen von meinem Bruder. War ganz gut, wir waren in Konstanz in einer ehemaligen Brauerei. Der Gerstensaft floss in Strömen und das Steak mundete sehr.

Montags dann Fahrt nach Chur, im Zug bereits gelernt. Heute dann der erste volle Lerntag, zum Glück noch nicht so heavy, Open-Book-Test vorbereiten und Englisch repetieren. Zudem tue ich alles, um den beschriebenen Zustand von vorhin zu vermeiden, so telefoniere ich oft mit Freunden oder gehe aus, so weit dies geht. Also, das war’s auch schon wieder, meine Augen tränen zu arg vom Heuschnupfen zum Weiterschreiben. Gute Nacht.