Lernen ist beengend

Habe gerade in den letzten Tagen wiederum diese Erkenntnis gewonnen. Das grösste Risiko am Lernen ist die soziale Einsamkeit, vor der kaum jemand gefeit ist. Hier hilft nur das Natel, um Kontakt zu halten, doch der Reihe nach.

Am letzten Dienstag startete ich mit Information Retrieval, dem praktischen Teil. Dabei bemerkte ich, dass ich immer weniger verstehe. Die Mail einer Kollegin gab schliesslich den Ausschlag, dass ich morgen an einer zusätzlichen Lehrveranstaltung zum Thema teilnehme. Mittwochs Datenbanksysteme, langsam, aber sicher macht’s bei mir immer mehr „Klick“. Gerade SQL kommt jetzt immer klarer, dies dank meiner Aufstellungen. Am Donnerstag die Kommunikationslektionen repetieren, die Modelle werden immer logischer. Ist übrigens auch mein Lieblingsfach, was man da alles ablesen kann, einfach sagenhaft! Genau durch diese Kommunikations-Forschungslektionen konnte ich meine Meinung zu Ausländern handfest definieren, nämlich durchwegs positiv. Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass wir, wenn wir Ausländer ausschaffen, die Problem machen, die Schwierigkeiten nur verlagern, anstatt sie im Land selber zu lösen. Doch genau das sollte, meiner Meinung nach, das Ziel einer positiven Integration sein! Am Freitag noch Italienisch, die Grammatik wird nun immer besser.

Samstags wird zunächst einmal recht ruhig. Ich stehe zwar, für meine Weekendverhältnisse, noch recht früh auf (08.30). Danach noch kurz Blumen besorgen für meine Mutter, die aus dem Tessin retour kommt, eine Dusche nehmen und Italo repetieren. Danach IR-Theorie lernen, nicht ganz einfach. Die boolschen Operatoren muss ich speziell lernen, die waren schon immer mein grösstes Problem. Wenn mir nicht ein lieber Studienkollege mal alles erklärt hätte, stände ich schön doof da …

Am Abend ging ich, nach dem hervorragenden Pizzaschmaus mit meiner Familie, ans „Rock am Weiher“ (Gratisopenair bei uns in Wil). Die Musik war nicht gerade mein Geschmack, zudem hatte es zu viele halb besoffene Jugendliche, die einen ständig anpöbelten. Eigentlich wollte ich ja mit einem ehemaligen VK-Freund abmachen, doch der hatte verschlafen. Abends um 21.00 …? Ich will hier nichts Falsches schreiben, ihr könnt euch euren eigenen Anteil denken. Seine Mobilnummer ist für mich in nächster Zeit auf jeden Fall mal gestrichen. Dafür hatte ich eine gute Unterhaltung mit einem der dortigen VKs und brachte ihnen die Verpflegung, weil sich sonst niemand darum kümmerte. However, die Einsatzqualität wird bei meiner Ex-Abteilung auch immer mieser (Funken, keine Stablampe in der Nacht, und dies waren noch die harmlosesten Vorkommnisse!!!).

Sonntags mal etwas ruhiger, teils noch im Zug gelernt. Heute ruhiger Start in den Tag, ein wenig Englisch lernen, die Fragen für morgen vorbereiten und die Fragen für IR-Theorien auf dem Netz beantworten.

Weil jetzt schon 2 Wochen lernen ins Land gegangen sind, hier zum ersten Mal eine kleine Aufstellung darüber.

Feelings: Woche 1: Unmöglich, das alles zu schaffen! Ich sehe nur noch Problemfelder! Woche 2: Ich komme immer mehr zurecht, das Lernen macht in gewissen Fächern jetzt sogar Spass. Praktisches Anwenden im Alltag beginnt (Einkaufszettel mit boolschen Operatoren, Italo-Reden bei Tisch, etc.).

Positives:

  • Sämtlicher Stoff, den ich eingeplant habe, brachte ich durch.
  • Soziale Kontakte nicht vernachlässigt (EM schauen in Zürich mit Fokolar, etc.)
  • Gutes Schlaf-Essen-Lernverhältnis
  • Zwischenpausen gezielt eingesetzt und auch mal bis ans Limit gelernt (1h und mehr)
  • Phasen, in denen zu Beginn nichts zu tun war, sinnvoll eingesetzt (Formatierungsarbeiten HTW)

Negatives:

  • Manchmal nicht an Zeitlimiten gehalten (zu spät gestartet).
  • Eigenen Stolz z.T. fast zu spät über Bord geworfen (IR-Sache, praktischer Teil)

Ziel: Positives möglichst fördern und Negatives über Belohnungssysteme abbauen.

So, nach diesem selbstkritischen Blick dann gute Nacht an alle, bis in einer Woche wieder.

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