Le Charme de Paris

Es wurde ein relativ trister Samstagabend, aber trotzdem war mir wohler.

Sonntags dann kurzes Fruehstueck und Verschiebung zum Eurostar mit einem neugewonnenen Freund in der Jugi. Die Fahrt ist schlichtweg genial, ich kann ja nochmals 1. Klasse fahren, weil mir letztes Jahr in London die Elektrik ausgestiegen war. So bekomme ich gratis und franko ein Wahnsinnsessen, 3 Gaenge super gekocht. Um schnell und billig zu reisen, liebe Freunde, ueberhaupt kein Problem … Kaum in Paris angekommen der erste Schock: Die Jugi ist schlichtweg eine Bruchbude in einem abgefackten Quartier. Ich sage euch, dies ist nicht mehr normal. Mehr dazu aber spaeter. Am gleichen Abend grosses Dancen auf dem Place de la Bastille, der Vorabend zum Nationalfeiertag. Ich dance ab was ich kann, es ist echt herrlich! Als mir die Elektrobaesse zu bloede werden, verschwinde ich wieder.

Am Montag schlafe ich zuerst mal lange aus und bekomme das Fruehstueck aus der Tuete, respektive dem Tiefkuehler. Man schmeckt es, einfach graesslich. Danach, nach einer kurzen Dusche (dieser abbroeckelnde Verputz nervt mich!) dann ab zum Dome des Invalides. Vor diesem ist die ganze Strasse gesperrt fuer eine Militaerdemo. Absolut genial, diese Armee ist wirklich schlagkraeftig und setzt sich fuer den Frieden ein (lassen wir den Irak mal beiseite, OK?). Wie auch immer, danach ab zum Konzert und Feuerwerk beim Eiffelturm. Auch dieses Jahr einfach einzigartig, ein gelungener Anlass von A-Z. Hier moechte ich mich mal verloben mit meiner Zukuenftigen, es ist so schoen. Wenn das Feuerwerk hochgeht und wir die Ringe tauschen koennten … Aaahhh, glueckselige Traeume.

Dienstags dann zuerst mal festgestellt, dass meine ehemalige Sprachschule geschlossen hat. Danach kurz die Bank gecheckt, ich liege voll im Budget. Ich versuche zum ersten Mal, mir ein Fahrrad von vlib zu mieten. Ueberall in Paris sind Stationen vorhanden, eine halbe Stunde ist gratis, bis dann muss mans wieder abgegeben haben. Es funktioniert total nicht, so kaufe ich am Nachmittag, nachdem ich ein neues Ticket erstanden hatte, noch einen Velohelm – den ich gerade in Chur brauchen kann. Am Nachmittag fahre ich damit durch die halbe City, es ist ech cool. An einer Velostation treffe ich eine aeusserst attraktive Frau, die mir weiterhilft beim Velo abgeben. Nachher gehen wir noch zusammen essen, voellig unkompliziert. Ich verliebe mich sofort in sie und habe seither oefter mit ihr Kontakt. Echt charmant! Es ist, als haetten wir uns schon jahrelang gekannt, echt bewundernswert. Ihr Freund ist ungluecklicherweise gerade abgehauen, so weiss ich nicht, ob sie fuer eine Beziehung schon bereit ist.

Am Mittwoch kurzer Besuch bei der freundlichen Dame und die Nationalbibliothek. Das Gebaeude ist echt eindruecklich mit vier extrem hohen Tuermen. Wirklich toll, schreibe Mails und Tagebuch. Am Abend bemerke ich jedoch, dass ich Halsschmerzen habe. Alle Apotheken sind zu, so hole ich mir Honig in der Kueche. Ich trete aus Versehen auf seine Matratze, er scheisst mich dermassen zusammen, dass ich am naechsten Tag das Hotel wechsle. Auch sonst war diese Jugi echt schrott, die Zimmer sind ein Alptraum und das Quartier ist schlichtweg lebensgefaehrlich. Der Nachtwaechter ist echt irre, einmal liess er mich in der ersten Nacht 10 Minuten warten. Leute, eins kann ich euch sagen: Ich habe auch mal in einem Hotel gearbeitet und weiss, wie Nachtwache zu funktionieren hat: Derjenige sitzt da, liest was und ist aber wach. Wenn man schon nicht wach ist sollte man, auch wenn man am Kunden was rumzumeckern hat, dies anstaendig erledigen. Ich weiss, dass es mein Fehler war mit der Matratze, doch ich hatte mich entschuldigt und er schimpfte weiter wie ein Rohrspatz, bis ich ihn entnervt fragte, was ich denn fuer ihn tun koenne. Er meinte nur nichts, ich solle jetzt zu Bett gehen. Ich habe mich nun in ein neues Hotel eingemietet mit tollem Breakfast und Dusche im Zimmer in einem tollen Quartier, cool!! However, muss jetzt schluss machen, sonst laeuft mir hier die Zeit davon. Bis auf bald dann wieder.

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