Salut zusammen, die letzte Woche war wirklich extrem. Viele Gefühlsschwankungen und der Abschluss im Archiv …
Montags begann es schon mal. Ich telefonierte zuerst meiner Signora in Florenz. Das Telefonat war wirklich sehr herzlich und ich konnte genau durchgeben, wann ich ankomme. Dies war wirklich cool! Ich habe wirklich ein gutes Gefühl und werde am Samstag freudig auf den Zug gehen. Danach telefonierte ich meiner ehemaligen Landlady in England, um sie im Sommer einzuladen. Es hob der Student ab, der bei ihr zu wohnen pflegte. Als ich nach ihr verlangte meinte er niedergeschlagen: „She has gone her one way.“ Jenny Reid-Moore, meine ehemalige Landlady, ist tot. Dies traf mich wie ein Schlag. Noch im letzten Sommer hatten wir noch miteinander gesprochen. Sie war so lebelustig gewesen, doch auch recht vergesslich und unkonzentriert beim Auto fahren. Doch wenn es danach ginge, müsste ich bereits ein hochprozentiger Geist sein. Ich war wirklich extrem traurig!!
Dienstags dann erst mal diesen Schock verdauen. Ich schrieb eine Trauerkarte und putzte mein Zimmer. Daneben konnte ich zum Glück auch nochmals mit Mutter per Telefon sprechen. Sie hatte Jenny gekannt und war ebenfalls schockiert. Kommt dazu, dass es keiner dieser England-Bande für nötig gehalten hatte, mich zu informieren. Ich betrachte mich halt noch immer als ein Freund der Familie, doch offensichtlich liege ich damit falsch. Nicht nur der Tod von Jenny schmerzt, sondern auch diese Tatsache. Ob ich wohl ihr Grab mal sehen werde und erfahren darf, woran sie starb? Wird mir diese Gnade wohl einmal vergönnt sein??!! Im Fitnesscenter lief nur englische Musik und es liefen dauernd Bilder von England über den TV-Bildschirm. Ganz so, als wollte Jenny mir sagen: „Sei nicht traurig über mich. Lebe dein Leben und gehe vorwärts!“ Nun, dies tue ich jetzt auch.
Mittwochs und Donnerstags noch die letzten Arbeitstage. Am Donnerstag Abend noch Ausgang mit Kollegen vom Lehrlingshaus. Wir treffen auf einen Kollegen von mir von der HTW, der Atteist ist. Seine Einstellungen zum Tod, der quasi nachher nichts beinhalten soll, stimmen mich nachdenklich. Wir kehren in ein Lokal nach dem anderen ein, bis es 01.00 Uhr ist. Wir müssen noch heimlaufen, der Bus ist leider weg. Na toll!
Freitags treffe ich noch eine Kollegin und fahre danach in die Ferien nach Bellinzona. Nach dem gestrigen Abend bin ich gar nicht erstaunt, mitten in eine Beerdigung zu laufen in der Kathedrale. Die Predigt ist zwar auf Italienisch, doch ich verstehe recht viel und die Atmosphäre in der Kathedrale ist einzigartig. Nachher gehe ich noch einen Latte Macchiato bei meinem Lieblingsitaliener trinken. Danach geht’s auch schon ab auf den Zug nach Locarno. Dort checke ich in der Jugendherberge ein und treffe am Bahnhof einen Kollegen. Mit ihm fahre ich nach Ascona ans Jazzfestival. Wir essen dort, gehen aber schon bald wieder nach Hause. Wir brauchen beide dringend Schlaf. Leider ist die Luft zu stickig, ich kriege kaum mehr Luft. Bis mir mal endlich die rettende Idee kommt, das Fenster zu öffnen, dauert’s echt lange!!
Samstags dann ausschlafen, Frühstück und Fahrt nach Giumaglio. Am Wasserfall dort baden und sonnen wir uns wirklich herrlich. Zudem sind die Frauen, die dort auch noch schwimmen, nicht zu verachten. Nur das Wasser ist eiskalt. Danach laufen wir nach Someo, unterwegs treffen wir einen netten Mayensässbewohner. Wir helfen ihm, den Rasenmäher raufzutragen. Nach Someo dann Fahrt nach Locarno, ein kurzer Abstecher in die Jugi und ab nach Ascona. Wir essen zuerst in einem mir bekannten Restaurant vom heissen Stein und nehmen den Hauswein, wirklich fantastisch! Endlich können wir los ans eigentliche Jazzfestival. Sturm und Regen sind vorbei. So können wir gemütlich durch den Ort schlendern. Die Atmosphäre ist wirklich einmalig, es ist wundervoll! Die Stimmung ist so krass à la Tessin, die Leute lachen und schwatzen durcheinander und über allem tront die wirklich schön erleuchtete Burg. Wir hören ein tolles Konzert, nur geht mir leider das Geld aus. Trotzdem sicher ein Besuch wert!
Sonntags dann läuft nicht mehr viel. Wir packen zusammen und gehen nochmals kurz ans Jazzfestival. Dort besichtigen wir das Jazzmuseum. Danach Heimfahrt, wir schlafen beinahe ein …
Verfasst von manuelkunz
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