Der Tod ist ein Begleiter

Juni 29, 2009

Salut zusammen, die letzte Woche war wirklich extrem. Viele Gefühlsschwankungen und der Abschluss im Archiv …

Montags begann es schon mal. Ich telefonierte zuerst meiner Signora in Florenz. Das Telefonat war wirklich sehr herzlich und ich konnte genau durchgeben, wann ich ankomme. Dies war wirklich cool! Ich habe wirklich ein gutes Gefühl und werde am Samstag freudig auf den Zug gehen. Danach telefonierte ich meiner ehemaligen Landlady in England, um sie im Sommer einzuladen. Es hob der Student ab, der bei ihr zu wohnen pflegte. Als  ich nach ihr verlangte meinte er niedergeschlagen: „She has gone her one way.“ Jenny Reid-Moore, meine ehemalige Landlady, ist tot. Dies traf mich wie ein Schlag. Noch im letzten Sommer hatten wir noch miteinander gesprochen. Sie war so lebelustig gewesen, doch auch recht vergesslich und unkonzentriert beim Auto fahren. Doch wenn es danach ginge, müsste ich bereits ein hochprozentiger Geist sein. Ich war wirklich extrem traurig!!

Dienstags dann erst mal diesen Schock verdauen. Ich schrieb eine Trauerkarte und putzte mein Zimmer. Daneben konnte ich zum Glück auch nochmals mit Mutter per Telefon sprechen. Sie hatte Jenny gekannt und war ebenfalls schockiert. Kommt dazu, dass es keiner dieser England-Bande für nötig gehalten hatte, mich zu informieren. Ich betrachte mich halt noch immer als ein Freund der Familie, doch offensichtlich liege ich damit falsch. Nicht nur der Tod von Jenny schmerzt, sondern auch diese Tatsache. Ob ich wohl ihr Grab mal sehen werde und erfahren darf, woran sie starb? Wird mir diese Gnade wohl einmal vergönnt sein??!! Im Fitnesscenter lief nur englische Musik und es liefen dauernd Bilder von England über den TV-Bildschirm. Ganz so, als wollte Jenny mir sagen: „Sei nicht traurig über mich. Lebe dein Leben und gehe vorwärts!“ Nun, dies tue ich jetzt auch.

Mittwochs und Donnerstags noch die letzten Arbeitstage. Am Donnerstag Abend noch Ausgang mit Kollegen vom Lehrlingshaus. Wir treffen auf einen Kollegen von mir von der HTW, der Atteist ist. Seine Einstellungen zum Tod, der quasi nachher nichts beinhalten soll, stimmen mich nachdenklich. Wir kehren in ein Lokal nach dem anderen ein, bis es 01.00 Uhr ist. Wir müssen noch heimlaufen, der Bus ist leider weg. Na toll!

Freitags treffe ich noch eine Kollegin und fahre danach in die Ferien nach Bellinzona. Nach dem gestrigen Abend bin ich gar nicht erstaunt, mitten in eine Beerdigung zu laufen in der Kathedrale. Die Predigt ist zwar auf Italienisch, doch ich verstehe recht viel und die Atmosphäre in der Kathedrale ist einzigartig. Nachher gehe ich noch einen Latte Macchiato bei meinem Lieblingsitaliener trinken. Danach geht’s auch schon ab auf den Zug nach Locarno. Dort checke ich in der Jugendherberge ein und treffe am Bahnhof einen Kollegen. Mit ihm fahre ich nach Ascona ans Jazzfestival. Wir essen dort, gehen aber schon bald wieder nach Hause. Wir brauchen beide dringend Schlaf. Leider ist die Luft zu stickig, ich kriege kaum mehr Luft. Bis mir mal endlich die rettende Idee kommt, das Fenster zu öffnen, dauert’s echt lange!!

Samstags dann ausschlafen, Frühstück und Fahrt nach Giumaglio. Am Wasserfall dort baden und sonnen wir uns wirklich herrlich. Zudem sind die Frauen, die dort auch noch schwimmen, nicht zu verachten. Nur das Wasser ist eiskalt. Danach laufen wir nach Someo, unterwegs treffen wir einen netten Mayensässbewohner. Wir helfen ihm, den Rasenmäher raufzutragen. Nach Someo dann Fahrt nach Locarno, ein kurzer Abstecher in die Jugi und ab nach Ascona. Wir essen zuerst in einem mir bekannten Restaurant vom heissen Stein und nehmen den Hauswein, wirklich fantastisch! Endlich können wir los ans eigentliche Jazzfestival. Sturm und Regen sind vorbei. So können wir gemütlich durch den Ort schlendern. Die Atmosphäre ist wirklich einmalig, es ist wundervoll! Die Stimmung ist so krass à la Tessin, die Leute lachen und schwatzen durcheinander und über allem tront die wirklich schön erleuchtete Burg. Wir hören ein tolles Konzert, nur geht mir leider das Geld aus. Trotzdem sicher ein Besuch wert!

Sonntags dann läuft nicht mehr viel. Wir packen zusammen und gehen nochmals kurz ans Jazzfestival. Dort besichtigen wir das Jazzmuseum. Danach Heimfahrt, wir schlafen beinahe ein …


Baden auf andere Art

Juni 21, 2009

Hallo zusammen, wie im Titel ersichtlich war mein grösstes Ereignis diese Woche ein Bad …

Montag bis Freitag Mittag wiederum normales Arbeiten. Endlich geht es mit den Beständen vorwärts, die letzten vier Aktenmappen können in Angriff genommen werden. Falls nichts Schlimmeres mehr hervorkommt (z.B. eine völlig unleserliche alte Schrift oder lauter Einzelblätter, die es zu erfassen gilt) könnte es durchaus sein, dass ich es diese Woche zu Ende bringen kann. Archivarbeit ist dadurch eben wirklich schwierig.  Die Akte (das Leben) ist wie eine Schachtel Praline – man weiss nie, was man kriegt (frei nach Forest Gump). Doch gerade dies macht beim Arbeiten im Archiv ja derartig Spass! Es sind wohl immer die gleichen Abläufe, doch andererseits müssen einem auch wiederum Unregelmässigkeiten auffallen.

Doch genug davon – ich bin ja nicht nur am Arbeiten! Dienstag abends der Besuch von Verwandten hier in Chur – Grosstante und Grossonkel. Wirklich cool, wir Essen gemeinsam zu Abend und kommen aus dem Reden beinahe nicht mehr heraus – obwohl beide schon über 70 sind! Sie können mir interessante geschichtliche Details mit auf den Weg geben für den guten Praktikumsbericht, den ich auch noch schreiben darf im Sommer …

Freitags dann wirklich der ultimative Tag! Am Morgen bin ich zwar noch einen halben Tag am Arbeiten, dafür kann ich nachher in die Ferien nach Bad Ragaz. Ich gehe dort in die Tamina-Therme. Es ist wirklich einmalig!! Schon die Eingangshalle ist überwältigend, das Bad danach erst recht!! Neu sind auch Kalt- und Warmwasserbecken vorhanden, daneben diverse neue Sprudelbäder und die alte Aussenanlage – perfekt integriert! Auch der Ruheraum ist luxuriös und das Restaurant verwöhnt einem mit wirklich guten Snacks – bei mir ein Latte Macchiato und Cremeschnitte. Ein Jammer nur, dass das Publikum nicht mehr das alte ist. Familien mit Kindern sieht man praktisch nicht mehr und der Rest ist ganz einfach nur reicher Snob!!!

Samstag und Sonntag verbringe ich entweder zu Hause oder beim Coiffeur (Resultat: super-tolle Kurzhaarfrisur, welche jetzt endlich die herannahende Glatze etwas mehr verdeckt). Ich erhole mich meist und schreibe die Strukturen für einen neuen Blog. Daneben noch viel Administratives und Kirche am Sonntag. Vater und ich sind alleine zu Hause, Mutter ist im Tessin. Na toll, er sagt, dass er vor Langeweile fast vergehen würde, wenn er eine Woche allein wäre und ist sehr betrübt, als ich abfahre. Mir bleibt aber fast nichts anderes übrig. In Wil wäre zwar das kantonale Turnfest gewesen, doch ich muss sparen auf Florenz und das nächste Weekend. Da bleibt nicht mehr viel! Bis nächste Woche dann wieder …


Rockiges Weekend

Juni 14, 2009

Hallo zusammen, dieses Weekend war in Wil wieder was los … Ich konnte diesmal wieder in vollen Zügen geniessen – doch der Reihe nach.

Montags war diesmal kein Training, weil das Kontrolltraining am Dienstag stattfand. So konnte ich ungehindert mal wieder mit einem Studikollegen, der sich aufopfernd um mich beim Fach Programmierlogiken gekümmert hatte, noch ein Bier trinken gehen. Toms Beerbox war eher wenig bevölkert und das Wetter so toll, dass wir draussen sassen und den Feierabend genossen. Dies könnte wirklich bei mir zur Tradition werden -:) Es war echt friedlich und mein Rausch hielt sich in Grenzen. An diesem Tag fand auch das Praktikumsgespräch mit dem betreuenden Lehrer und meinem Chef statt. Allgemein geht es nun wirklich sehr gut, nachdem ich schneller arbeiten kann und die Abläufe besser kapiere. Ich konnte zudem meinen Standpunkt recht gut darlegen, beide hörten mir interessiert zu. Aus all diesen Äusserungen denke ich nun wirklich, dass dies erstens mein Job fürs Leben ist und die „Oberen“ im Betrieb mit mir zufrieden sind.

Dienstag dann das erwähnte Kontrolltraining. Ein paar neue Dehnübungen kamen noch dazu, ansonsten noch ein paar kleine Korrekturen an den Maschinen. Ansonsten erholte ich mich mal wieder so richtig, denn das vorhergehende Weekend war, wie bereits erwähnt, recht turbolent. Die restliche Woche verlief im üblichen Train, nur schaffte ich diesmal viel mehr, als ich mir für das Wochenziel vorgenommen hatte. Dies war echt stark!

Am Samstag dann das Rock am Weiher. Es war wirklich cool! Mit einem ehemaligen VK und seiner Schwester samt Freundin ging ich hin. Es war echt fantastisch! Schon am Nachmittag herrschte eine tolle, gemütliche Stimmung vor. Zudem traf ich vor Ort noch einen ehemaligen Primarschulkollegen – immerhin einer, der mich nicht plagte!! Vor allem mit seinem Vater, der später dazustiess, konnte ich sehr offen über das ganze Thema reden. Dies tat wirklich gut. Dadurch, dass es ein Gratisopenair ist, kann die gesamte Bevölkerung kommen. Es ist nicht nur einfach eine „geschlossene Gruppe“, so ist es auch interessant, die Leute dort zu beobachten. Das tolle Wetter tat zudem das Seinige dazu. Am Abend kamen noch Bekannte zum Racletteessen. Es war wirklich toll, ihr kleiner Sohn heiterte uns alle auf. Er arbeitet in einer sozialen Institution als Arbeitsagoge, evtl. hat er mir für den Sommer einen Studenten-Job als Bürohilfe. Wäre echt genial!

Heute Sonntag dann noch die Geburtstagsfeier von meinem Bruder mit einem genialen Mittagessen. Auch mal wieder nicht schlecht, ansonsten viel gefaulenzt und im Zug ein wenig geschlafen. Schön, wenn dies auch mal wieder geht! Bis auf bald dann wieder …


Basel ist cool!

Juni 8, 2009

Hallo Leute, echt war, Basel ist wirklich cool. Doch der Reihe nach, es gab ja nicht nur Basel diese Woche.

Am 01.06 – 02.06 hatte ich wiederum frei – es war das Pfingstwochenende, kombiniert mit dem freien Tag. Am Montag wollte ich nach Winterthur an die Afro-Pfingsten. Diese waren jedoch bereits vorbei, so war es recht langweilig und ich fuhr bald nach Hause. So hatte ich noch genügend Zeit für administrativen Buchhaltungskram und konnte mich aber auch noch recht gut erholen.

Dies war auch nötig, denn Mittwoch bis Freitag ging es im Stadtarchiv wieder hoch her. Ich schuftete, was das Zeug hielt und kam so doch recht weit im Bestand. Der Chef war denn auch entsprechend erfreut, dass meine Tatik aufging. Lustig wurde aber erst wirklich das Weekend.

Freitags fuhr ich nochmals nach Hause, wo ich endlich meine Sonnenbrille wieder fand! Ich hatte sie zuvor wochenlang gesucht und sie offenbar in der Garage vergessen, na toll! Dem Heiligen Antonius schuldete ich so CHF 20.00, was ich auch sofort einlöste im Kapuzinerkloster Wil. Am Samstag fuhr ich nach Basel zu einem guten Ex-Studikollegen. Als erstes gingen wir, nach einem Abstecher in die UB Basel – echt faszinierend – in seine WG, die wirklich cool ist! Alles ist vertreten, vom Sozialempfänger bis zum Psychologiestudenten! Danach fuhren wir ins Restaurant Blinde Kuh in Basel. Es war wirklich einzigartig! Ein Blinder führte uns an den Tisch, der in vollkommener Dunkelheit stand. Wir assen und tranken, sahen dabei aber nichts. Somit müssten wir unseren Hör- und Tastsinn benutzen. Alles ging gut, nur beim Dessert richtete ich, so glaube ich zumindest, ein ziemliches Crepe-Massaker an. Andererseits war es auch lustig, denn man konnte so unanständig essen, wie mal wollte – sehen konnte es eh keiner -:) Ich riess mich trotzdem zusammen … Danach gingen wir in den Messeturm. Im 31. Stock war volle Party im Gange, Aussicht und Musik waren herrlich.

Am Sonntag machten wir noch eine Stadtrundfahrt in einem alten Tram und assen bei ihm in der WG asiatisch zu Mittag. Es war wirklich echt super gekocht! Danach fuhr ich 3 Stunden von Basel nach Chur in einem Eurocity. Fazit: Einmal und nie wieder – jedenfalls nicht in einem solchen Zug!!

Heute Montag das Praktikumsgespräch. Es war wirklich interessant und ausserdem das erste wirklich positive Arbeitsgespräch in dieser Form. Dies tat echt gut!! Der Chef lobte  mich, weil mein Arbeitstempo viel schneller geworden ist – ich erreichte denn auch heute schon das Wochenziel von letzter Woche. Im Archiv nicht unbedingt selbstverständlich … Also dann, bis nächste Woche wieder.