Salut zusammen, diesen Samstag war es endlich soweit und ich reiste nach Florenz … Doch davor war ja noch eine Woche.
Montags hatte ich viel aufzuarbeiten – es ging von der Buchhaltung bis zum Lernen von Italienischwoertern fuer hier. Daneben wollten natuerlich auch die Auftraege der Eltern erledigt sein. Zudem startete ich mit den Strukturen fuer den ADD-Blog. Es wird wirklich ein cooles Projekt, ich kann so meine gesamte Kindheit aufarbeiten!! Dienstags dann nochmals die Strukturen erarbeiten. Ich muss mich auf’s Wesentliche beschraenken, ansonsten gehts fast nicht!
Mittwochs gehe ich mit meinen Eltern baden im Bodensee. Dies jedoch erst, nachdem ich mit Vater die Hecke schneiden durfte und Mutter das Velo zum Velomech gebracht hatte. Es ist das letzte gemeinsame Mittagessen vor Florenz, entsprechend geniessen wir es. Donnerstags schreibe ich zum ersten Mal Eintraege im ADD-Blog. Es geht laenger, als ich dachte. Obwohl ich zu Beginn dachte, ich koenne mich an nichts mehr erinnern, kam doch erstaunlich viel noch aufs Tapet. Einen Tag lang war ich somit dran. Freitags dann noch Woerter lernen und packen. Es dauert extrem lange, denn ich muss mir viel mehr merken als sonst – schliesslich muss noch das Schulmaterial mit, u.a.
Samstags dann die Fahrt nach Florenz. Weil ich heute etwas mehr Zeit habe also mal einen genauen Beschrieb der Reise. Um 06.10 faehrt der Zug bereits ab. Ich fahre nach Zuerich und nehme dort den direkten Cisalpino nach Florenz. Schon in der Schweiz steht der Zug still. Ich bin beunruhigt, doch schliesslich ist es nur wegen eines entgegenkommenden Zuges. Die Fahrt ist extrem schoen! Es geht ueber Lugano und das Tessin ueber Como und Milano bis runter nach Florenz. Das letzte Stueck der Fahrt besteht zwar vielfach nur aus Tunnels, doch schon jetzt zeichnet sich die schier unglaubliche Schoenheit dieser Landschaft ab. Dann, in Florenz, nehme ich ein Taxi zur Signora. Schon beim Durchfahren verliebe ich mich in diese herrliche Stadt, unglaublich! Angekommen, werde ich von einer aeusserst aufgestellten Dame begruesst. Sie traegt mir sofort das „Du“ an, fuer uns Studis ist sie schlicht und einfach Daniela. Wir haben noch einen amerikanischen und einen tuerkischen Studenten bei uns. Mit dem Amerikaner gehe ich nachher in den Ausgang. Er kann noch kaum Italienisch und spricht nur American-English. Wird das laestig!! Im Ausgang laeuft alles in Englisch, logo, ansonsten gehts fast nicht. Zuvor war ich noch bei uns in der Messe. Es war wirklich toll, obwohl ich 15 min. zu spaet kam und fast nichts verstand. Zu Hause sprechen wir aber Italo, sonst ist es mit der Gemuetsruhe von Daniela bald vorbei. Ansonsten ist Daniela aber wirklich klasse. Besagtem Student gelang es doch tatsaechlich, eine kleine Vase zu zerschlagen. Zuerst war Daniela recht sauer, doch schon bald grinste sie ihn an und meinte: „Ach egal, nicht so wichtig, sie war eh nicht so viel wert“. Das Haus von ihr ist uebrigens spitze – mit Terrasse und gekuehlten Zimmern. Natuerlich kocht Daniela absolut spitze, ich kriege fast nicht genug davon!!!
Heute Sonntag. Der amerikanische Student will den ganzen Tag seinen Rausch vom Freitag ausschlafen, der tuerkische Studi hat Pruefungen an der Uni. So ziehe ich alleine los, denn nur zum Schlafen bin ich nicht nach Florenz gekommen! Apropos schlafen: Die letzte Nacht war graesslich. Ich brachte es doch tatsaechlich fertig, das Fenster zu schliessen. Folge: Fast keine Luft und enorme Hitze. Zudem musste ich morgens um 03.30 bis 04.00 eine aeusserst aggressive Muecke umbringen, gab das Action!! Doch zurueck zu heute. Ich ging nochmals den Weg zur Schule. Ich weiss nun genau, wo es lang geht – schon mal gut fuer morgen. Danach laufe ich in die Stadt, gehe ueber die Ponte Vecchio (wundervoll!), laufe auf den Hauptplatz und gehe in die Uffizien. Dort war ich bis jetzt. Es war wirklich wundervoll! Die Raeume dort sind einfach herrlich, absoluter Wahnsinn! Der Blick auf den Arno und den Innenhof ist nicht zu uebertreffen und die Kunstwerke zeugen vom unglaublichen Koennen der Kuenstler von damals. Ich kann dies fast nicht mit Worten beschreiben, auch Fotos genuegen nicht – soweit man welche machen darf.Man muss es selber gesehen haben, um dies richtig nachvollziehen zu koennen! Ich glaube wirklich, dass ich mich jetzt auch in diese Stadt verliebt habe! Dennoch sollte ich wohl weniger am Samstag in den Ausgang gehen, dafuer am Sonntag aufstehen und mehr aus dem Tag machen. Auch wieder was gelernt!!